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Ein globaler Agrarmarkt, der von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und Ausbrüchen der Vogelgrippe betroffen ist, hat beim dänischen Hersteller von Hygiene- und Desinfektionsprodukten für Nutztiere, Jorenku A/S, zu einem gesteigerten Jahresergebnis geführt und vergolden das Unternehmen.

Weltweite Tierseuchen vergolden dänischen Desinfektionshersteller. Foto: Camilla Bønløkke
Weltweite Tierseuchen vergolden dänischen Desinfektionshersteller. Foto: Camilla Bønløkke

Zum dritten Mal in Folge hat Jorenku A/S – Hersteller unter anderem von Staldren® – das Ergebnis verbessert.
Der Jahresüberschuss für 2022 beläuft sich auf 2,7 Millionen DKK, verglichen mit 2,1 Millionen DKK im Vorjahr – ein Anstieg von 27,3 %.
Das operative Ergebnis (EBITDA) beträgt 4,1 Millionen DKK und liegt damit ebenfalls über dem Vorjahr.

Laut Firmengründer und Geschäftsführer Johnni Pedersen ist diese Entwicklung vor allem auf die hohe Nachfrage nach dem Flaggschiffprodukt Staldren® zurückzuführen.
„Der Gewinn ist darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen unser Produkt Staldren® entdeckt haben. Wir exportieren es in über 65 Länder weltweit. Und in den vergangenen 30 Jahren haben wir dafür gesorgt, dass es zu den besten Desinfektionsmitteln der Welt gehört“, so Johnni Pedersen.
Er fährt fort: „Darüber hinaus haben Vogelgrippe, Afrikanische Schweinepest und generell viele Infektionen bei Rindern, Schweinen – insbesondere bei Masthähnchen und Legehennen – weltweit eine besonders große Nachfrage nach unseren Produkten ausgelöst.“

Der Geschäftsführer gibt zu, dass das Wachstum auf einem traurigen Hintergrund basiert – den weltweiten Tierseuchen. Gleichzeitig erfreut er sich jedoch darüber, dass Produkte von Jorenku zu den bevorzugten Mitteln im Kampf gegen Zoonosen zählen. Vor allem Märkte in Südostasien haben maßgeblich zum Jahresergebnis beigetragen.

Konsolidierung und neuer Fokus

Dank der positiven Ergebnisse der vergangenen drei Jahre kann Jorenku nun investieren – unter anderem in die Optimierung und Erweiterung der Produktionskapazitäten.
Wie der Geschäftsführer berichtet, hat Jorenku eine neue Produktionsstätte gebaut, in der flüssige Vitamine, Mineralstoffe, organische Säuren und flüssige Desinfektionsmittel hergestellt werden. Diese Produkte werden sowohl unter der eigenen Marke Jorenku als auch im Private-Label-Bereich produziert.

Bedeutet das, dass sich Jorenku künftig stärker auf Private-Label-Produktion konzentrieren wird?
„Ja, absolut. Die Nachfrage im Bereich Private Label wächst stetig. Viele große Unternehmen möchten Produkte wie unsere vertreiben – aber unter ihrem eigenen Namen. Daher produzieren wir inzwischen viele Produkte im Private Label“, erklärt Johnni Pedersen.

„Der Vorteil dabei ist, dass sich unser Umsatz erheblich steigern lässt. Für uns war es ein logischer Schritt, in diesen Markt einzusteigen und uns so einen neuen Kundenkreis zu erschließen“, ergänzt er.

Stetiges Wachstum

Was die Herausforderungen des vergangenen Jahres betrifft, sieht die Geschäftsleitung keinen wirklichen Anlass zur Kritik – außer einem enormen Arbeitsdruck.
Die größte Herausforderung bestand laut Geschäftsführer darin, mit der großen Nachfrage Schritt zu halten, die durch die zahlreichen weltweiten Ausbrüche von Tierkrankheiten entstanden ist. Selbst die Corona-Jahre mit eingeschränkten Reisemöglichkeiten stellten kein Hindernis dar. Vielmehr konnte man Online-Meetings mit Kunden effizient nutzen und so die Kundenbasis weiter ausbauen.

Auch für das Jahr 2023 zeigt sich Jorenku optimistisch. „Wir erwarten keine größeren Herausforderungen und rechnen für 2023 mit einem leichten Wachstum gegenüber 2022. Wir haben einen Anstieg von 10 % sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis eingeplant – und nach einem soliden ersten Quartal sind wir zuversichtlich, dass wir das erreichen können“, erklärt der Geschäftsführer.

Das Eigenkapital beträgt 7,4 Millionen DKK im Jahr 2022 – ein Anstieg gegenüber 5,7 Millionen DKK im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote liegt bei stabilen 47,5 %.

Quelle: Effektivt Landbrug, April 2023, Seite 10 (dänische Originalversion)