Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Die Bekämpfung von Hühnermilben scheint in vielen Formen der Eierproduktion eine nie endende Aufgabe zu sein. Hühnermilben stellen ein Problem für das Wohlbefinden der Hennen dar und bergen ein Risiko für die Übertragung von Krankheiten. Eine kontinuierliche Überwachung und Bekämpfung wird daher empfohlen.

Bekämpfung von Hühnermilben bei Legehennen
Legehennen haben Probleme mit der Bekämpfung von Hühnermilben.
Hühnermilbenbekämpfung bei Legehennen

Viele Legehennenhalter kämpfen mit der Bekämpfung von Hühnermilben. Es gibt viele verschiedene Ansätze zur Bekämpfung. Da sich die Milben die meiste Zeit in Ritzen und Spalten der Stalleinrichtung aufhalten und ein warmes, feuchtes Klima bevorzugen, erscheint es logisch, dort anzusetzen. Spinnweben und Staub bieten Schutz für die Milben und sollten daher entfernt werden.

Einige Eierproduzenten setzen Pulver ein, z.B Silikate wie Hexamid oder reines Siliziumoxid, das aus scharfen Kristallen besteht, die angeblich den Chitinpanzer der Milben aufschneiden. Andere setzen kalkbasierte Mittel wie Hydratkalk, Stalosan oder Staldren® ein.

Staldren®

Letzteres erscheint besonders interessant, da es pH-neutral ist (pH-Wert 5,5) und eine austrocknende Wirkung auf Milben und Umgebung hat – ohne dabei Haut und Schleimhäute von Hennen oder Menschen auszutrocknen. Staldren® besteht aus einem speziell entwickelten Calciumcarbonat mit verschiedenen Wirkstoffen sowie dem Desinfektionsmittel Halamid®, das vom Unternehmen J. N. Jorenku importiert wird. In Labortests wurde eine Milbe schnell inaktiviert, sobald sie mit dem Pulver in Kontakt kam – sie dehydrierte innerhalb weniger Minuten.

In einer großen Volierenanlage mit starkem Milbenbefall wurde während der Leerstandszeit vor dem Einsetzen der Junghennen eine Schicht Staldren® über die gesamte Anlage gestreut. Dabei entstand eine deutliche Staubentwicklung, die sich als feiner rosafarbener Belag im ganzen Stall absetzte. Nach etwa sechs Wochen waren immer noch einige Milben vorhanden – diese beschränkten sich jedoch offenbar auf Spalten und Bereiche, die das Pulver nicht erreicht hatte.

Ein anderer Eierproduzent zeigte uns den Einsatz von Staldren® mit einem motorisierten Rückensprühgerät, das das Pulver als feinen Nebel im Stall verteilt. Die Anwendung erfolgt regelmäßig im Dunkeln, mit Stirnlampe und bei anwesenden Hennen – ohne dass diese merklich gestört werden. Diese Methode wird nun ergänzend auch in der erstgenannten Anlage erprobt. Gleichzeitig wird Staldren® auch dem Einstreu im Sandbad beigemischt.

Nach drei Wochen waren immer noch Milben vorhanden – jedoch nur sichtbar auf kleinen Plastikclips in der Nähe der Sitzstangen. Wir beobachten die Entwicklung weiterhin über das ganze Jahr hinweg.

Das Projekt zur Bekämpfung von Hühnermilben wird von der Dänischen Geflügelabgabe-Fond (Fjerkræafgiftsfonden) unterstützt. Das Unternehmen J. N. Jorenku hat Ressourcen zur Verfügung gestellt, um die Anwendung von Staldren® gegen Milben zu testen.

* Der obige Text ist einem Artikel aus Fjerkrænyt (Geflügelnachrichten) Nr. 19, Dezember 2013 entnommen. Beitrag von Frau Susanne Kabell, Fachärztin und promovierte Tierärztin.

Quelle: FjerkræNyt nr. December 19, 2013